Unser Segelrevier

Die griechische Ägäis: Zahllose kleinere und größere Inseln liegen meist in Tagesetappen voneinander entfernt und warten darauf, entdeckt zu werden.

Der konstante sommerliche Nordwind – in der Ägäis Meltime genannt – bläst kräftig und bringt uns unter Segeln von einer Insel zur nächsten. Schon von weitem trägt er uns den Duft von Pinien und würzigen Kräutern über das Meer entgegen. Versteckte, türkis schimmernde Buchten laden zum Ankern und Baden ein, im glasklaren Wasser tummeln sich Fische, die wir beim Schnorcheln wunderbar betrachten können.

An Land zeugen zahlreiche blendend weiß gestrichene Kapellen und Kirchen mit blauen Kuppeln vom tief verwurzelten orthodoxen Glauben der Bevölkerung. Entlang der Küste finden sich kleine Fischerhäfen mit bunt bemalten Booten, die sanft auf den Wellen schaukeln; am Kai sitzen Fischer, sortieren und flicken ihre Netze oder bereiten lange Schleppleinen für den Einsatz am nächsten Tag vor.

Alte Dörfer mit weiß gekalkten, kubischen Häuschen schmiegen sich an trockene Berghänge, über die malerische verwinkelte Gassen mit unzähligen Treppenstufen zur Platia hinauf führen. Dazwischen stehen überall liebevoll gepflegte Blumenkübel mit Oleander, Hibiskus, Geranien und Basilikum.

Schattige, von üppig blühender Bougainvillea überwucherte Terrassen lassen uns von einem Leben im Süden träumen, freundliche Menschen begegnen uns auf Schritt und Tritt. Kleine urige Tavernen am Hafen verführen zum Verweilen und über allem strahlt ein wolkenloser, tiefblauer Himmel mit einem unvergleichlichen Licht.

Übersicht über das Revier der Mitsegel-Törns

Die griechische Ägäis erstreckt sich vom griechischen Festland im Westen bis zum türkischen Festland im Osten und von den nördlichen Sporaden im Norden bis Kreta im Süden.

Seglerisch ist es eines der ursprünglichsten Reviere in Europa, in dem im Sommer der Meltime aus nördlichen Richtigungen weht. Seine Stärken variieren zwischen 3–7 Windstärken und es gibt nur wenige Tage ohne Wind. Der Wind macht die Temperaturen selbst in der Sommerhitze Griechenlands erträglich und seine Trockenheit zaubert das klare Licht und die Farben in die Ägäis.

Die Inseln sind wild und ursprünglich. Die Bewohner leben von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Auf den Inseln regnet es über den Sommer oft 6–8 Monate lang nicht; Wasser wird dann häufig per Tankschiff auf die Inseln geliefert.

Die Versorgung mit Wasser und Strom ist für Segler und Motorboote oft nicht möglich. In den Häfen von kleinen Inselorten ist die Versorgung mit Lebensmitteln in kleinen Tante-Emma-Läden möglich oder man geht zum Essen in einer Taverne. Aber genau diese Abgeschiedenheit und Wildheit machen den Reiz dieses Segelrevieres aus.

Das Klima im Osten Griechenlands

Die Entstehung des Windes in der Ägäis

Der Meltime hat seinen Ursprung in der nördlichen Ägäis: Luftmassen aus einem Hochkeil über dem Balkan und Ungarn strömen in das im Sommer über dem Persischen Golf liegende Monsuntief. Unterstützend auf diese Situation wirkt oft ein Hitzetief über der Zentraltürkei. Der Meltime bringt in Griechenland stets heiteres Wetter und gute, klare Sicht mit sich.

Vorkommen: Der Meltime weht hauptsächlich in den Sommermonaten, sein Maximum erreicht er in den Monaten Juli/August. Die Wahrscheinlichkeit beträgt von Juni bis September 70%. Üblicherweise setzt er am Vormittag ein und weht bis zum Sonnenuntergang. Es kann aber auch sein, dass er tagsüber mit 6–8 Bft bläst, die Nacht durchsteht und am nächsten Tag wieder mit 6–8 weht. Meltime ist schon im Mai oder noch im Oktober möglich.

Er weht im nördlichen und mittleren Teil der Ägäis aus nördlicher Richtung, im Osten (Dodekanes) weht er aus NW. Der Meltime erreicht durchschnittlich eine Stärke von 4–5 Bft, kann aber auch bis 7 und 8 Bft auffrischen.

Verteilung der Windrichtung übers Jahr

W: 6%, NW: 31%, N: 39%, NO: 0%
O: 1%, SO: 11%, S: 9%, SW: 3%

Übersicht über die Beaufort-Skala

Beaufort Knoten km/h Bezeichnung
1 1-3 1-6 leiser Zug
2 4-6 7-11 leichte Brise
3 7-10 12-19 schwache Brise
4 11-15 20-28 mäßige Brise
5 16-21 28-39 frische Brise
6 22-27 40-50 starker Wind
7 28-33 51-61 steifer Wind
8 34-40 62-74 stürmischer Wind
9 41-47 75-87 Sturm
10 48-55 88-102 schwerer Sturm
11 56-63 103-117 orkanartiger Sturm
12 > 64 > 118 Orkan

Durchnittliche klimatische Jahreswerte (Kos)

Januar
12
9
16
15
11
Februar
13
10
16
16
9
März
16
11
17
17
7
April
20
14
17
15
4
Mai
23
17
19
17
0
Juni
28
21
21
20
0
Juli
31
23
22
21
0
August
31
24
25
20
0
September
28
21
25
16
0
Oktober
25
18
23
16
6
November
19
14
20
14
10
Dezember
15
11
18
16
10