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Wirbelsturm-Warnung - was tun?
Die nachfolgenden Zeilen können selbstverständlich nur ein paar Tipps ohne Übernahme jeglicher Gewährleistung sein. Aber: Ein Wirbelsturm im Anzug bedeutet
nicht automatisch das AUS für jeden Segler.
Instinktiv wird wohl jeder Skipper bei einer ausgegebenen Wirbelsturmwarnung versuchen, sich in einem sogenannten “Hurrican Hole” zu verschanzen.
Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein solch vermeintlich sicherer Platz zur verheerenden Falle werden kann. Eine gerammelt volle Riesenbucht mit ein paar hundert Schiffen hat bei slippenden Ankern bestenfalls Platz für
Panik. Um am Ankerplatz bleiben zu können, müssen daher folgende Voraussetzungen erfüllt werden: 1. Es dürfen keine Sturmseen vom offenen Meer in die Bucht laufen können.
2. Die Bucht muss möglichst klein sein, damit sich in ihr kein Seegang aufbauen kann.
Der beste Platz ist in kleinen Seitenarmen, in denen man heckwärts möglichst nah am Land festmacht. Dabei vertäut man so viele Leinen
wie möglich an unterschiedlichen Stellen an Land und bringt in die Gegenrichtung sternförmig alle verfügbaren Anker aus. Zu bedenken ist dabei, dass beim Durchzug des Wirbelsturmes der Wind um 180° dreht.
Sollte eine solche Stelle nicht zur Verfügung
stehen oder bereits besetzt sein, sucht man sich eine Ausbuchtung, die für eine unfreiwillige Landung der Yacht am Ufer am ehesten geeignet scheint und die von anderen Yachten
voraussichtlich verschont bleiben wird. Dort bringt man eine möglichst starke Leinenverbindung zum Land und in die Gegenrichtung sternförmig alle verfügbaren Anker aus.
Sollten diese Bedingungen nicht erfüllbar sein, ist es ratsamer, frühzeitig die Flucht über die
offene See anzutreten und zu versuchen, aus der Zugrichtung des Wirbelsturms zu segeln. Dabei ist es unerlässlich, zu wissen, in welchem Quadranten des Wirbelsturmes man sich
befindet. Auf der Nordhalbkugel der Erde drehen sich Wirbelstürme gegen den Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn. D. h.: Auf der Nordhalbkugel ist der gefährliche
Halbkreis der nördliche Halbkreis eines Wirbelsturms, auf der Südhalbkugel der südliche. Er wird gefährlicher Halbkreis genannt wegen der Winde, die ein dort befindliches Schiff ins
Zentrum hinein wehen und wegen der sich addierenden Windgeschwindigkeiten.
Am Beispiel erklärt: Bei einer angenommenen Zuggeschwindigkeit (= Vorwärtsbewegung) von 15 Knoten und einer
Windgeschwindkeit von 85 Knoten im Wirbelsturm herrschen im gefährlichen Halbkreis 85 kn + 15 kn = 100 kn Wind, im schiffbaren Halbkreis jedoch “nur” 85 kn - 15 kn = 70 kn Wind.
Ein Aus-der-Zugrichtung-Segeln sollte daher immer in Richtung Äquator erfolgen. Dabei ist das Abwettern eines Wirbelsturmes bei achterlichen Winden im
schiffbaren Halbkreis sicherlich kein Honigschlecken - verglichen mit dem Kampf gegen Gegenwinde und Kreuzseen (aus vorauslaufender Dünung des Wirbelsturms und gegenlaufender
Sturmseen) im gefährlichen Halbkreis jedoch die einzig machbare Variante. Eine Flucht sollte daher auch so früh wie möglich angetreten werden. Da sich Wirbelstürme vergleichsweise
langsam vorwärts bewegen, hat man normalerweise von der ausgegebenen Warnung bis zum Eintreffen des Wirbelsturms mehrere Tage Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Dabei
müssen mindestens 100 sm Abstand zum Zentrum des Wirbelsturms geschaffen werden.
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